Am Montag, den 02.Februar.2009 war so etwas wie ein Feiertag für die 600 Kinder des Waisenhauses Tilerane in Lilongwe, Malawi Süd-Ost-Afrika. Die junge Organisation: „Kids for Kids in Africa“ übergab dem Waisenhaus für insgesamt 600 Kinder Kleidung, Schuhe, Spielzeug, Blöcke, Stifte und auch Bücher. Dadurch dass die Kinder mit ihren Betreuern 400 Anhänger aus kleinen Perlen mit der Aids- Schleife und der Malawischen Flagge gebastelt hatten, konnte ich dem Waisenhaus diese abkaufen und so zusätzlich noch für die Kinder für ein Jahr Schulgeld und Essen, das dort hauptsächlich aus Maisbrei, dem Nsima, besteht, finanzieren.
Mit meinem nach westlichem Denken wenigen Geld hatte ich durch gute Beziehung und gezielter Überredung die Kleidung, die Schuhe und andere Dinge mit einem großen Rabatt in Lilongwe erworben. So war es mir möglich mit diesen wenigen Spenden alles zu bekommen, was die Kinder für ein Jahr brauchten. Inzwischen hatte sich mein großes Engagement überall herumgesprochen und die Zeitungen waren auch darauf aufmerksam geworden.
Der ganze Stadtbezirk war begeistert von meiner Geldübergabe, die ich aber wegen der bestehenden Korruption in jedem Fall in eine Sachspendenübergabe umwandeln musste.Kids for Kids in Africa arbeitet seitdem als Partnerprojekt in Malawi mit der Wildtierstation Lilongwe Wildlife Centre, der Tierstation, in der ich insgesamt ein Dreivierteljahr als tiermedizinische Assistentin gearbeitet habe. Bei der Übergabe der Spenden im Waisenhaus waren neben dem Direktor und den 5 Betreuern auch einige Volontäre der Wildtierstation, das Malawische Fernsehen, zwei Reporter der Hauptstadtzeitung und die Stammesführerin des Bezirks anwesend. Die Betreuung der meisten Waisen von den an Aids verstorbenen Eltern wird von privaten Waisenheimen geleistet, deren Ziel es ist, den Kindern neben Sprach-Schrift und Rechenunterricht auch noch ein Handwerk beizubringen, von dem sie später als Erwachsene werden leben können. Das Waisenhaus Tilerane wird nur durch den Verkauf von Kunstgewerbe und wenigen Spenden finanziert. Es bemüht sich, den Kindern nützliche Kenntnisse wie Näh-und Holzarbeiten, oder Zimmerei beizubringen, um ihnen ein eigenständiges Leben zu ermöglichen. Als ich im Waisenhaus eintraf, war gerade der Strom abgestellt, die Trinkwasserrechnung nicht bezahlt und das Maismehl, von dem sich die Bevölkerung hauptsächlich ernährt, war ausgegangen. Ohne meine unmittelbare Hilfe wäre dort der Hunger eingekehrt. Doch nun wurde die „Rettung“ gefeiert und eine Akrobaten- Gruppe führte bei der Feier der Übergabe Kunststücke vor, der Waisenhausdirektor und die Stammesführerin und auch ich hielten kleine Reden. Währenddessen filmte das Fernsehen alles, was vor sich ging. Die Kinder hatten einen Tanz und verschiedene Lieder vorbereitet. Es war unglaublich, diese leuchtenden Augen der Waisen zu sehen, als sie die Spiele und Kuscheltiere in ihren Händen hielten. Spielzeug, das hier in Bad Königshofen von Maria Löwigt gesammelt wurde, die zu Weihnachten und Ostern mit ihren als Engeln gekleideten Kindern Spenden für arme Kinder in der Welt sammelte. Aber die gespendeten Spielsachen -und sogar 50 selbst gebastelte Memoryspiele wurden von diesen „Engeln“, wie sie in der Hauptstadt Malawis, in Lilongwe immer wieder genannt wurden, zusammengetragen, nachdem ich nach meinem ersten Aufenthalt in Afrika, Maria Löwigt und auch „ihren“ Kindern von der Armut in dem Land und besonders von den Waisenheimen berichtet hatte. Die Königshöfer Kinder wollten etwas tun und ich sollte Fotos von den kleinen Spendern mitbringen und so eine besondere Brücke zwischen Deutschland und Afrika zu bauen. Diese Kuscheltiere werden dort nun von ganzem Herzen geliebt. Den Kindern war anzusehen wie gerührt sie waren, da gibt es Menschen in dem fernen Deutschland, Kinder wie sie, die ihnen etwas Gutes tun. Die kleine Mikella hält ihre neue Puppe ganz fest an sich gedrückt und will sie gar nicht mehr loslassen. Wir können deutlich sehen, wie glücklich sie ist. Dass Kinder in Deutschland ihre eigenen Spielsachen hergaben, mit dem Gedanken, dass es in Malawi Kinder gibt, die diese Spielsachen viel nötiger haben als sie oder vielleicht sogar gar keine Spielsachen haben, hat die Kinder dort sehr beeindruckt. Diese Spielsachen sind das persönlichste Geschenk von allen. Die Kinder im Waisenhaus „Tilerane Orphan Care" haben jetzt Freunde in Deutschland. Die Kinder in Deutschland sind jetzt glücklicher mit dem Gedanken ist, dass ihre geliebten Spielsachen neuen Kinder gehören. Etwas ganz Eigenes und Geliebtes weiterzugeben ist das schönste Geschenk, das die Kinder aus Deutschland machen konnten. Gesten wie diese bringen die Menschen näher zusammen und verbinden Völker, es lässt uns alle fühlen, dass wir für einander da sind, ganz egal, ob zwischen den beiden Länder mehr als 7000 Kilometer sind. Seit meinem Einsatz im Waisenhaus bin ich dort für alle nur noch „Mama Nina“.







