Wer in Malawi zur Welt kommt, hat ein Leben in bitterster Armut vor sich. Es ist das ärmste Land Afrikas. Reich ist das Land nur an Kindern. Vom Staat selbst werden nur einige Schuljahre finanziert, für den Rest müssen die Eltern aufkommen. Doch in Malawi ist jede zehnte Person an Aids erkrankt, und immer mehr Kinder werden zu Aids-Waisen. Wenn schließlich die Kinder dadurch ihre Schulbildung abbrechen müssen, ist ein Leben in Armut vorgezeichnet.

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Malawi ist eines der ärmsten Länder der Welt. 72% der Bevölkerung leben mit einem täglichen Einkommen, das unterhalb der Armutsgrenze von 1,25 $ liegt. Laut dem Index für humane Entwicklung, einem Wohlstandsindikator, hat Malawi den kläglichen Rang 170 von 186 insgesamt. Insbesondere Großfamilien und Familien in ländlichen Gebieten haben ein großes Armutsrisiko.

85% der Bevölkerung wohnen in ländlichen Gebieten. Hier bewirtschaften die meisten Familien ein Stück Land und versuchen durch den Maisanbau, die Grundlage für ihr Einkommen zu sichern.  Der Anbau ist wetterabhängig, und so kann z.B. bei Dürren der Ertrag stark reduziert sein. Ein Problem sind auch die von den Monokulturen an Nährstoffen verarmten Böden. Vielerorts ist teurer Dünger unabdingbar, um überhaupt Erträge erzielen zu können. Da der Maisanbau saisonal nur begrenzt möglich ist, sind viele Farmarbeiter einen Großteil des Jahres arbeitslos.

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Malawi hat die zweithöchste Bevölkerungswachstumsrate der Welt. Durchschnittlich bekommt eine Frau 5-6 Kinder. Es gibt zwar durchaus die Möglichkeit, Verhütungsmethoden anzuwenden, ein offenes Gespräch über Sexualität  ist jedoch weiterhin ein Tabuthema.

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Das anhaltend hohe Bevölkerungswachstum birgt die Gefahr, dass die Ressourcen von Wasser, Land und Wäldern knapp werden. Hinzukommen die Auswirkungen des Klimawandels. So kam es bereits in den Jahren 2015 und Anfang 2016 zu Klimakatastrophen wie Dürren und Überschwemmungen und daraus resultierender Lebensmittelknappheit und Hungerwellen im Land.

Ein Problem bei den jungen Frauen und Mädchen ist die junge Verheiratung bzw. frühen heiratsähnlichen Beziehungen, die nicht nur ein hohes HIV-Risiko unaufgeklärter Mädchen birgt, sondern auch die Gefahr, sehr jung schwanger zu werden. Das Bekanntwerden ihrer Schwangerschaft beendet ihre Schulbildung abrupt, da unter diesen Umständen in den meisten Schulen eine weitere Teilnahme am Unterricht nicht gestattet ist. Laut WHO waren bisher die Hälfte der jungen Frauen Malawis bereits als Kinder, also bevor sie 18 waren, verheiratet. Die Heirat ist grade für arme Familien eine vermeintlich gute Möglichkeit, ihre Töchter aus der Verantwortung abzugeben, da von nun an der Mann für ihren Unterhalt aufkommt. Der physische und psychische Schaden, den diese Mädchen aber erleiden, wird dabei ganz außer Acht gelassen. Erst im Jahre 2015 wurde das legale Heiratsalter von 15 Jahren auf 18 Jahre angehoben.

Nachfolgend finden Sie einen Bericht über die Arbeit einer Frau, die Kinderhochzeiten verhindert: http://www.inhabitots.com/female-chief-in-malawi-breaks-up-850-child-marriages-and-sends-girls-back-to-school/

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Der Zugang zu Bildung ist in den Bevölkerungsschichten sehr unterschiedlich verteilt. 60% der armen Kinder starten die Grundschule gar nicht erst, obwohl sie kostenlos ist. Und nur 26% derjenigen, die die Grundschule gestartet haben, beenden sie auch. Eine Klassenstärke von 70 Schülern pro Lehrer ist in der Grundschule der Durchschnitt.

10173743 701748003219125 4798885974197484805 n KleinEine weiterführende Gesamtschule, sowie weitere universitäre Bildung ist nur den „nicht armen“ Haushalten vorbehalten, da es in Malawi keine Schulgeldfreiheit gibt und die Gebühren im Verhältnis zu den Einkommen unverhältnismäßig hoch sind. Die Waisenkinder sind mit am schlimmsten betroffen. Denn auch wenn sie Glück haben und von Verwandten aufgenommen werden, sind ihre Chancen auf Bildung deutlich schlechter – oftmals können jene Familien nicht einmal die eigenen Kinder zur weiterführenden Schule schicken, geschweige denn auch die Schulgebühren für das aufgenommene Waisenkind übernehmen.

Es herrscht außerdem landesweiter Lehrermangel, die Qualität der Ausbildung der Lehrer ist zum Teil völlig unzureichend und eine zu geringe Bezahlung der Lehrer v.a. an den öffentlichen Schulen lässt deren Motivation sinken. Nur 16% der über 25-jährigen Erwachsenen im Land haben überhaupt eine weiterführende Gesamtschule besucht. Dazu, wie viele davon die Gesamtschule auch beendet haben, liegt keine Statistik vor. Die Alphabetisierungsrate in Malawi liegt durchschnittlich bei nur 61,3%, wobei der Anteil analphabetischer Frauen höher ist, als der von Männern.

Anstelle eines Schulbesuches ist Kinderarbeit der Alltag zu vieler Heranwachsender. Dabei wird die Arbeitskraft der Kinder v.a. auf dem Feld wie z.B. in der Tabakindustrie oder beim Fischen ausgenutzt. Sie arbeiten dann wie Erwachsene von früh bis spät, entweder allein für eine Firma oder gemeinsam mit ihrer Familie.

Malawi hat eine der höchsten HIV/ Aidsraten weltweit. Durch zahlreiche HIV/ AIDS-Vorsorgeprogramme sind hier zwar schon große Fortschritte gemacht worden, dennoch  leben heute 10,3%  der Erwachsenen mit HIV. Die Betroffenheit in städtischen Gebieten ist dabei höher als in ländlichen Gegenden. Die Hälfte der 1 Million Waisenkinder haben einen Elternteil oder gar beide Eltern wegen AIDS verloren. Wenn ihnen kein Schutzprogram zukommt, sind die Waisen besonders ausgeliefert – sie sind ein leichtes Opfer für Kinderarbeit, Kinderhandel und Missbrauch oder könnten in Prostitution und Drogenmilieu verwickelt werden.

ALIM5025 KleinEin weiteres großes Gesundheitsproblem stellt die Malaria dar. Der Erreger wird durch Mosquitos übertragen. Im gesamten Land ist die Ansteckungsgefahr hoch. Saisonal herrscht jedoch ein sehr hoher Infektionsdruck: In den warmen Monaten nach der Regenzeit entwickeln sich zahlreiche Mosquitolarven in den entstandenen Wasseransammlungen.  Eine Zahl von bis zu 11.000 Todesfällen aufgrund von Malaria wurde für das Jahr 2013 von der WHO geschätzt.

Hand in Hand mit der gesundheitlichen Situation ist die medizinische Versorgung in Malawi als schlecht zu bezeichnen: Es gibt viel zu wenig niedergelassene Ärzte, wobei die Arztpraxen mangelhaft ausgestattet sind. Entweder sind dringend benötigte Medikamente nicht verfügbar oder sie sind schlichtweg für die Bevölkerung zu teuer, sodass bei Geldmangel ein schneller Tod droht. Außerdem gibt es keine mit europäischen Maßstäben vergleichbare Krankenversicherung für die Bevölkerung. Diese medizinische Unterversorgung spiegelt sich beispielsweise in einer hohen Kindersterblichkeitsrate wider, die besonders die Kinder in den ersten Lebensjahren betrifft. Auch junge Erwachsene sterben häufig an Krankheiten, die nicht richtig diagnostiziert worden sind. 

ALIM4232 KleinDie Grundlage für eine gute Gesundheit stellt die tägliche Ernährung dar. Auch hier sind große Defizite zu verzeichnen: Hygienisch einwandfreies Trinkwasser ist oft nur schwer oder gar nicht zugänglich. Eine ausreichende Eigenversorgung mit regionstypischen Lebensmitteln ist durch Dürreperioden und ausgelaugte Böden oft nicht gewährleistet, weshalb das Land auf teure Importe angewiesen ist. Doch dadurch sind viele Lebensmittel für die Bevölkerung nahezu unerschwinglich. Die Folge sind Mangelerkrankungen durch einseitige Ernährung.

 

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