In Chioko angekommen, wurden die Reisenden von malawischen Medienleuten empfangen. „Das ganze Dorf hatte sich für unser Kommen geschmückt. Die Waisenkinder zwischen zwei und sechs Jahren saßen auf dem Boden in der Mitte ihres Waisenhauses, die älteren standen davor. Einige waren neugierig, andere verängstigt. Denn sie hatten noch nie hellhäutige Menschen gesehen. „Wir breiteten alle Sachspenden auf Bambusmatten aus, damit die Medienleute ihre Aufnahmen machen konnten und die Kinder erste Blicke auf ihre Spielsachen erhaschten. Währenddessen erhielten die Waisenkinder ihren Maisbrei zum Essen.

Alles was Rang und Namen im Dorf hatte, war präsent. Der Stammesführer genauso wie ein Priester und der Direktor und Erzieherinnen des Waisenhauses. Alle hielten Reden, um sich für die Geschenke zu bedanken. Nina Eggerath: „Sie schilderten die schlimme Situation der Waisenkinder sowie das harte Leben der Menschen.“ Überglücklich hätten sie sich gezeigt, dass das abgelegene Dorf als Ort der Unterstützung von „Kids for Kids in Africa“ ausgesucht worden sei. Das dortige Waisenhaus, so habe ihr der Stammesführer erklärt, beherberge 100 Kinder. Man sei wegen der unsicheren Lebenssituation bemüht, auf weitere 200 Steppkes der Umgebung ein wachsames Auge zu haben. Weil Ressourcen im Land nur begrenzt vorhanden seien, halte das Dorf zusammen, man helfe sich gegenseitig. 

Keine Spielsachen und Schulmaterialien, oft nur eine karge Mahlzeit am Tag und stark abgenutzte Kleider sind für die Kinder Alltag. Betreut werde sie von zwei engagierten Frauen. Tagsüber sind sie im Waisenhaus, nachts schlafen sie bei Familien im Dorf. In einer engagierten Rede erläuterte Nina Eggerath die Arbeit des Hilfsvereins, wonach Kinder in Deutschland ihre Spielsachen für Kinder in Afrika spenden. „Beschenkte Kinder und Erwachsene haben uns in Malawi immer wieder umarmt, um sich für den Besuch zu bedanken. Sie wollten uns gar nicht mehr loslassen“. Denn eine solch große Hilfsbereitschaft hatten die Kleinen offenbar noch nicht erlebt. „Schon während der Feierlichkeit haben wir erkannt, dass für die Kinder im Dorf etwas im Argen liegt“. In Mchinji fehlt ein wettergeschütztes Haus. Bisher gebe es nur einen Unterstand aus Stämmen, Ästen und Gras. Spontan entschloss sich Nina Eggerath mit ihrer Begleiterin vor Ort, ein festes Waisenhaus zu planen. Das Domizil zu verwirklichen, so Eggerath, ist gar nicht so teuer. „Schon für umgerechnet 3500 Euro können wir ein Ziegelsteinhaus errichten lassen, das Obhut für alle Kinder bietet“, blickt Eggarath optimistisch nach vorne. Die Bauarbeiten, so wurde festgelegt, werden Freiwillige aus dem Dorf übernehmen. Sie seien froh, wenn die Lebensverhältnisse sich bessern.

Nach ihrem Abschied machten sich die Reisenden auf den Weg zurück nach Lilongwe. Dort stand ein Treffen mit Schulstipendiaten und Schülern des Schulförderprogramms an. Der Hilfsverein zahlt Schule oder das College, um ihnen Bildung zu bieten. Mittlerweile habe der Hilfsverein über 65 Kindern die Schule finanziert. „Für den Nachwuchs war der Nachmittag mit uns etwas Besonderes“, so Eggerath und sie ergänzt: „Wir haben im Gegenzug Dankesbriefe und Zeichnungen an die Adresse der Spender aus Deutschland erhalten.“

Fazit: „Einmal mehr erlebten wir, wie man mit wenig Mitteln in Malawi etwas erreichen kann. Wir danken allen Spendern aus Bad Königshofen und Umgebung, den Kindern, Päckchenpackern, Mitorganisatoren und Wegbegleitern, die uns seit Jahren treu zur Seite stehen