DSC 0221 KleinEinleitung

Das Schulförderprogramm ist das wichtigste Projekt von „Kids for Kids in Africa e.V.“

Viele Kinder gehen nicht zur Schule. Nach acht Jahren Grundschule muss ab der 9. Klasse Schulgeld gezahlt werden. Dafür und für Schulmaterial haben viele Familien kein Geld. Oder die Kinder haben keine Verwandten mehr, die das Schulgeld bezahlen. Dass für Mädchen der Schulbesuch wichtig ist, dafür haben viele Männer kein Verständnis. Nur sehr wenige Mädchen erreichen einen Schulabschluss.

Wir wollen durch die Zahlung von Schulgeld und der obligatorischen Schulkleidung das Leben hilfsbedürftiger Jugendlicher nachhaltig positiv beeinflussen.

So werden pro Jahr für 10-20 Waisenkinder und Kinder aus sehr armen Familien von uns die gebührenpflichtige Secondary School- eine Art weiterführende Gesamtschule- bezahlt. Sobald ein Kind den Abschluss gemacht hat, rückt ein neuer Schüler nach. Ohne unsere Unterstützung im Anschluss an die kostenfreie Grundschule würden sich diese Jugendlichen keine weitere Schulbildung leisten können.

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Viele der mittellosen Kinder geraten ohne Schulabschluss in die Drogendealer-Szene oder in die Prostitution. Wir von Kids for Kids in Africa e.V. wollen mittels Bildungsförderung den Teufelskreis der Armut durchbrechen und so nachhaltig Hilfe zur Selbsthilfe leisten.

Für besonders eifrige Jugendliche ermöglichen wir auch ein weiterführendes College zur Berufsausbildung. Nur so haben sie die besten Chancen für einen späteren Beruf  mit stabilem Einkommen.

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Halbwegs gut bezahlte Jobs sind rar in Malawi. Auch für Menschen mit Secondary School-Abschluss, dem malawischen Abitur, ist die Arbeitslosigkeit sehr hoch. Wer gar keinen Schulabschluss hat, läuft Gefahr ins Drogen- und Prostitutionsmilieu zu geraten oder als schlecht bezahlter Arbeiter z.B.im Steinbruch ausgebeutet zu werden.

Die Anfänge des Schulförderprogramms

Als Nina Eggerath und Katrin Kramer im Jahr 2010 erneut mit Clement Manjaalera im Waisenhaus „Tilerane Orphan Care Center“ einen Spendenübergabetag ausrichteten, entstand die Idee, nicht nur den jüngeren Waisenkindern eine Freude zu machen, sondern auch den Älteren eine adäquate Hilfe zu geben.

So wurden noch am selben Tag in Zusammenarbeit mit dem Direktor Lameck Mandevu die 20 ärmsten Jugendlichen des Waisenhauses benannt. Dazu sei kurz gesagt, dass die Waisenhäuser in Malawi in der Regel als Tageseinrichtung  fungieren. Abends gehen alle Kinder zurück „nach Hause“ zu ihren Pflegeeltern. Das sind oft Bekannte oder Nachbarn der verstorbenen Eltern. Manche Kinder bleiben auch in ihrem Elternhaus wohnen. Hier haben dann ältere Geschwister, die meist selbst noch nicht volljährig sind, die Obhut übernommen. Es war beeindruckend, wie überrascht und dankbar die ersten 20 Schüler waren, die für unser Schulförderungsprogramm auserwählt wurden. Einige von ihnen haben jahrelang keine Schule mehr besucht, weil ihre Pflegeeltern sich das nicht leisten konnten.

Im Video sind unsere ersten Schulstipendiaten zu sehen. Sie haben gerade gesagt bekommen, dass wir ihnen eine Weiterführung der Schule bezahlen werden.

Ein paar Jugendliche ergreifen spontan das Wort und  bedanken sich  bei den Spendern in Deutschland dafür, dass sie nun wieder zur Schule gehen können. Sie versprechen, gut aufzupassen und fleißig zu lernen, um es weit zu bringen. „Bitte macht weiter so“. sagt einer der Schüler, es sei für ihn etwas ganz Besonderes, dass auch nun an die älteren Waisenkinder gedacht wurde. Er habe schon mal Weiße gesehen, die nach Malawi kamen und Spielsachen an kleine Kinder verschenkten, doch noch nie habe er erlebt, dass auch an die Waisen gedacht wird, die schon Teenager sind, aber auch noch Hilfe benötigten.

Erfolge und Rückschläge

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Seit dem Beginn des Schulförderungsprogramms haben wir bisher über 60 Kindern die Schule finanzieren können. Einige von ihnen sind noch nie in einer weiterführenden Schule gewesen. Andere haben sie zwar begonnen, mussten aber aus Kostengründen abbrechen und einige Jahre pausieren, bevor Kids for Kids in Africa e.V. ihnen eine zweite Chance geben konnte.

Besonders für die jugendlichen Mädchen ist es eine kritische Zeit, wenn den Eltern oder Pflegeltern an allen Ecken und Enden das Geld fehlt. Sie werden dann schnell in eine Heirat gedrängt. Doch Dank der Spendengelder aus Deutschland konnten wir  über 30 Mädchen eine bessere Perspektive mit unserem Bildungsangebot bieten.

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Aber es erreichten nicht alle den ersehnten Abschluss, das malwische Abitur.

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Einige mussten wegen Schwangerschaft oder Heirat vorzeitig abbrechen, andere bestanden wegen zu geringem schulischem Engagement den Abschluss oder die Zwischenprüfungen nicht. So mussten wir die Erfahrung machen, dass nicht alle Jugendlichen die gleiche Haltung gegenüber guter Bildung haben. In Zukunft werden daher die Schüler nicht nur anhand ihrer Bedürftigkeit ausgewählt, sondern es muss auch der Lernwille erkennbar sein,  eine schulische Laufbahn zu absolvieren.

Aktuelle Realisierung des Schulförderprogrammes

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Im Jahr 2016 haben wir 13 Schüler unterstützen können, wobei zwei von ihnen bereits ein berufsbildendes College besuchen. Die Schüler leben in den Armenvierteln am Rande der Hauptstadt Malawis, Lilongwe, bzw. im stark verarmten Nachbardistrikt Mchinji.

Unser Projektmanager, Clement Manjaalera hat die hilfsbedürftigen Kinder für unser Programm ausgewählt. Durch seine Gemeindearbeit für  die Lilongwe Wildlife Gesellschaft hat er regelmäßig Kontakt zu den Kommunen und wird hellhörig, wenn er Kindern oder Jugendlichen begegnet, die voller Wissendurst sind, sich aber ohne finanzielle Unterstützung keinen Schulbesuch leisten können. Andererseits hat sich sein freiwilliges Engagement für Kids for Kids in Africa e.V. bereits herumgesprochen. So kommt es auch immer wieder vor, dass ein Chief, ein lokaler Bürgermeister, ihn anspricht, ob man nicht diesem oder jenem Mädchen, bzw. Jungen einen Schulbesuch ermöglichen könnte.

425642 628756696562 1506000315 n KleinBevor ein Kind ins Programm aufgenommen wird, besucht Clement Manjaalera die Familie bzw. die Pflegeeltern des Kandidaten zu Hause, führt ein persönliches Gespräch und prüft die Verhältnisse auf tatsächliche Bedürftigkeit. Auch der Schüler wird nach seiner Einstellung zum Lernen befragt. Dann unterschreibt der Schüler einen Vertrag mit Kids for Kids in Africa e.V., in dem er einwilligt, in der Schule sein Bestes zu geben und einen guten Notendurchschnitt zu erzielen, regelmäßig zu gemeinsamen Treffen mit dem Projektmanager zu erscheinen und innerhalb von 12 Wochen nach Trimesterbeginn die offizielle Einzahlungsquittung der Schule an uns auszuhändigen.

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Kids for Kids in Africa e.V. unterhält keine eigene Schule. Die Wasenkinder gehen in verschiedene öffentliche Schulen, die in der Nähe ihres Wohnortes sind. Das zu Trimesterbeginn von Clement Manjaalera an die Schüler ausgehändigte Bargeld muss sofort für die Schulgebühr verwendet werden. Clement und die Schüler quittieren mit Unterschrift und Datum. Die Schulen geben nach Zahlungseingang eine offizielle Quittung mit Namen, Datum und Betrag an jeden Schüler zurück. Diese Zahlungsbestätigung bekommen wir. Kommt auch noch die Schuluniform hinzu, fordern wir vor der Zahlung des nächsten Trimestersgeldes alle Quittungen. Die Zahlung von Prüfungs-ID-Karte und Prüfungsteilnahmegebühren werden zusätzlich zu den normalen Schulgebühren für die Abschlussprüfung  notwendig.

Mit den Quittungen wirken wir einem Geldmissbrauch entgegen, denn im Schulförderungsvertrag steht, dass Kinder, die nicht alle ihre Rechnungen vorlegen, aus dem Programm ausgeschlossen werden.

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Zweimal im Jahr ruft Clement Manjaalera die Schüler, die von uns gefördert werden, zu einem Gruppentreffen zusammen. Hier sollen sie die Chance haben, mit ihm Alltags- und Schulprobleme zu besprechen. Als kleines Schmankerl werden an alle neu eingetretenen Schüler die Kids for Kids in Afrika- Logo T-Shirts ausgegeben. Manchmal laden wir auch noch Personen ein, von denen die Schüler etwas lernen und erfahren können. Ein Firmenleiter, der den Jugendlichen das Berufsleben bespricht oder Jemand,der einen kleinen Workshop für Handwerk oder Computerfertigkeit anbietet.

Schulsystem

In Malawi gibt es keine Schulpflicht. So stört sich auch kaum einer daran, dass vor allem auf dem Land viele Kinder und Jugendliche in den Feldern mitarbeiten, statt die Schule zu besuchen.

Es gibt staatliche Schulen, in denen großer Lehrermangel herrscht und die Klassen restlos überfüllt sind und die sehr teuren, aber besser organisierten, privaten Schulen. Malawis Grundschule, Primary School genannt, ist in staatlichen Einrichtungen kostenlos. In der Regel beginnen die Kinder mit dem sechsten Lebensjahr die Schule.

Die Primary School dauert acht Jahre und wird mit einer Grundschulabschlussprüfung beendet. Danach folgt die Secondary School, eine weiterführende Gesamtschule, die in Malawi auch an staatlichen Schulen kostenpflichtig ist. Diese dauert vier Jahre. Beendet wird sie mit dem Malawi-Schulzertifikat, das auch zu einem College- oder Studienbesuch befähigt. Im Allgemeinen muss man leider sagen, dass die Qualität der staatlichen Schulen leider oft zu wünschen übrig lässt. Es mangelt an Lehrbüchern, Fachbüchern und Anschauungs-bzw. Experimentiermaterialien, was v.a. für den wissenschaftlichen Fachunterricht, wie Biologie oder Physik einen Rückstand bedeutet. Da die Schulabschlussprüfungen in ganz Malawi aber uniform sind, wird es für Schüler, in deren Schulen manche Fächer nur sehr Stiefmütterlich behandelt wurden sind, schwer in er jeweiligen Prüfung dann gut abzuschneiden.

Geteilt wird ein Schuljahr in drei Trimester: September bis Dezember, Januar bis März und April bis Juli. Im August folgen die Sommerferien. In der Secondary School sind zu Beginn eines jeden Trimesters Gebühren fällig. Hinzukommt eine zusätzliche Prüfungsgebühr und die Kosten für eine obligate Prüfungs-ID-Karte der Schüler. Auch eine Schuluniform ist in Malawis Schulen Pflicht. Kinder, die keine ordentliche Uniform samt angemessenen Schuhen haben, werden vom Unterricht ausgeschlossen. Auch hier hilft Kids for Kids in Africa e.V. den Waisenkindern weiter.

Wer innerhalb einer Woche zu spät die Rechnung für die Schulgebühren beglichen hat, darf nicht am Unterricht teilnehmen.

Es gibt zwar kein Gesetz, das Schwangeren oder jungen Müttern den Schulbesuch verbietet, gesellschaftlich ist es aber nicht gern gesehen. Und so ist es mehr oder weniger ein stillschweigendes Einvernehmen, dass Mädchen, die ein Kind erwarten, die Schule sofort abbrechen.

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